Uberspace 7 – mein Wechsel abgeschlossen

Seit Jahren bin ich mit dieser Webseite und etlichen Diensten bei uberspace.de. Die Umstellung auf Version 7 hatte ich lange vor mir her geschoben, doch nun ist sie endlich abgeschlossen! Hier ein kurzer Rückblick.

Version 7

Die Leute hinter Uberspace haben schon 2019 eine neue Version ihrer VPS Plattform mit shell-Zugriff vorgestellt. Aber ihr kennt das sicher… wenn alles läuft, ist man als Hobby-Admin auch zufrieden und findet 1000 Ausreden, dass man mit einem Wechsel noch warten kann. Nun bis Jahresende hat man auch Zeit und tatsächlich hatte ich in der ersten Corona-Welle diesen Jahres auch schon einmal mit ersten Experimenten angefangen.

Wie gewohnt hat man eine hervorragende Doku von dem Team, das den grundlegenden Zugriff und die Möglichkeiten der Shell erläutert, sowie von Nutzern beigesteuerte Tutorials, wie man konkrete Software einrichtet. Insgesamt erscheint mir das jetzt viel aufgeräumter und die Texte sind klarer strukturiert.

Schön ist dass viele Funktionen über das gleichnamige CLI Werkzeug uberspace zu Verfügung steht. Damit kann man Firewall-Löcher schlagen, DNS registrieren usw. Letsencrypt ist nun vollständig integriert und dafür gibt eine klare Auftrennung in Web Frontends und Backends.

Umstellung

Es gibt zwar auch ein Tool für die migration, welches dafür sorgt dass man seinen Namen behalten kann und Daten und Datenbanken auf einen neuen Server legt. Ich entschied mich aber dagegen, denn ich wollte die Gelegenheit nutzen, um auch gleich einmal klarschiff zu machen. Schließlich hatte ich mit den Servern angefangen, da gab es letsencrypt noch nicht einmal und meine Domains wurden auch noch direkt bei uberspace registriert. Aus dieser Zeit lagen freilich noch viele Dateien und allerlei Einstellungs-Artefakte herum. Aufräumarbeit also!

Wenn man sich per SSH direkt vom neuen auf den alten Server verbindet, kann man z.B. mit midnight commander die Dateien kopieren recht flink kopieren. Das beinhaltetet insbesondere eMail-Postfächer, Anwendungsverzeichnisse, DB Dumps, git repos und natürlich statische HTML-Seiten.

Wenn man einen ersten Stand hat, kann man eigentlich bereits hier die Domains umhängen. Hakelig war für mich die Einrichtung der Subdomains, da ich die Berechtigungen vermischt hatte und DNS auch etwas Zeit braucht, ehe es komplett umgestellt ist. Weiter ging es dann mit der Neuinstallation der eigentlichen Anwendungen:

  • WordPress habe ich vorher von unnötigen Plugins befreit und bin endlich auf ein mobile-freundliches Theme gewechselt. Nach der erfolgreichen Portierung habe ich auch gleich noch alte Beiträge auf den neuen Block-Editor migriert. Dabei sind einige Gallerien verschwunden und auch einige Thumbnail-Photos hatten leider keine Vergrößerungen mehr. Mehr als den DB dump zu importieren und die passenden Plugins nach zu installieren, muss eigentlich nicht getan werden.
  • Matomo ist wirklich einfach umzuziehen, weil man nur den DB dump vor der Installation einspielen muss.
  • Nextcloud 19 ist eine komplette Neueinrichtung, bei der lediglich meine persönlichen Nutzer Dateien, Kalender und Todos wieder importiert wurden. Es ist nun saubere mit einem Administrations Account getrennt und mit 2FA geschützt. Die Optionen geht man noch mal in Ruhe durch, aber außer bei Mail war das wirklich einfach. Sehr angenehm sind die Installations-Checks der neuen Version. Ich habe außerdem noch einen TURN-Service zusätzlich eingerichtet, um NC Talk besser nutzen zu können. Mein bisher separates TTRSS ist übrigens NC News gewichen, eine Baustelle weniger 😉
  • ejabberd ist mein neuer XMPP/Jabber-Server für Chats. Prosody war mir einfach zu fummelig und etwas zu wackelig. Die Einrichtung wird im uberspace lab ausführlich beschrieben, mit allen Features für modernes Messaging. Eine Migration ist mir leider nicht erfolgreich gelungen, was abernicht schlimm ist. Es gibt ein ejabberdctl importprosody Kommando, wofür man den build mit –enable-tools aktivieren muss und make deps alle Dependencies einsammeln. Der weitere generelle Ablauf ist hier sehr gut beschrieben. Aber wie gesagt, weniger Balast ist super und die paar Kontakte im Rooster kann man auch händisch noch ergänzen 😉

Nicht übersehen darf man weitere Kleinigkeiten, wie etwa eigene Cronjobs oder Geheimnisse. Und zu guter letzt natürlich die Restguthaben zu transferieren, Quittungen ggF. noch einmal abzulegen und die alten uberspaces zu löschen.

Und wozu?

Ich habe 3 Nachmittage investiert und nun ist es erledigt. Mit genügend zeitlichem Puffer laufen nun alle Dienste wieder und ich konnte mir vorher an einem Übungs-Space die neuesten Versionen anschauen und testen. Meine neun Spaces sind jetzt sauber aufgesetzt und lassen sich reibungslos updaten. Die Gelegenheit konnte auch gleich zum Austausch einiger Software genutzt werden. Ein schönes Gefühl, wenn die Garage wieder neu geordnet wurde!

Vielen Dank an das Team von uberspace für Unterstützung und Weiterentwicklung dieses hostings durch das ich kontinuierlich dazu lerne und das mich zwingt mich auch mit moderneren Lösungen auseinander zu setzen.

Author: Matthias

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