Android Smartphones backupen – Nur wie?

Kürzlich stand ich vor der unangenehmen Situation, dass mein Smartphone nach einem Update nicht mehr booten wollte. Das war für mich die Ermahnung wieder an backups zu denken, aber wie könnte man das richtig machen?

Im konkreten Fall hatte ich das erste Mal so ein schwerwiegendes Problem mit LineageOS. Konkreter hatte das Update des von mir genutzten Forks von microG ein Bug der zu einer Bootloop führt. Also Smartphone komplett nutzlos und erst nach 2 Tagen konnte ich es durch Wechsel zurück auf das Orginal LineageOS lösen.

Datensicherung?

Ja, genau das sind dann die Momente, wo man an „Kein Backup, kein Mitleid!“ denkt und sich gehörig in den Po beißt, weil man es ja eigentlich besser weiß. Also sollte ich mich wieder damit beschäftigen, wie man elegant gute Sicherungen fahren kann. Denn obwohl ich dank Nextcloud bereits Dokumente / Notizen, Kontakte, Termine immer dezentral sicher, gibt es mit Photos, 2FA Token, Arbeitszeit-Erfassung, WLAN Zugriffe … schon Daten die man eigentlich nicht verlieren will und jederzeit griffbereit braucht.

Bevor man sich das passende Werkzeug überlegt, sollte man vielleicht noch einmal über Szenarien nachdenken, welche man damit abdecken will

  • fehlgeschlagene Updates – Zurücksetzen des selben Gerätes
  • Beschädigung Smartphone – ggF. Portierung auf Ersatzgerät
  • Verlust / Diebstahl Smartphone – Portierung auf Ersatzgerät, u.U. ein ganz anderes Gerät

Mögliche Werkzeuge

Bisher sind mir die folgenden Ansätze bekannt, um Android möglichst umfassend zu sichern:

Alle haben so ihre Vor- und Nachteile. Der Zugriff per USB Massenspeicher ist recht beschränkt und umfasst keine Systembereiche bzw. lässt sich so das System nicht wieder aufbauen. Dafür kommt man an Dateien denkbar einfach heran.
In LineageOS ist aktuell auch die seedfault App integriert, welche automatisch Sicherungen etwa in die Nextcloud schieben kann. Welchen Umfang das annimmt ist mir aber unklar.
Weitere Apps könnten hier noch etwas mehr Komfort bringen, aber vermutlich haben auch diese dann keinen System-weiten Zugriff und würden mir nur begrenzt helfen.
Der ADB Backup-Befehl kann sehr gut auch zum wiederherstellen eines Systems genutzt werden, da Einstellungen und Daten des Benutzers enthält. Allerdings sind diese auf einem Desktop nur schwer auslesbar, wenn man mal an die Daten händisch herankomen will. Ob dies auch die Systemdaten umfasst, und etwa bei fehlgeschlagenen Updates hilft, ist mir bisher unklar.
Das TeamWin Recovery Project ist ein alternatives Recovery ROM, welches anstatt Android startet, um es etwa zu reparieren. So können alle System und Datenpartitionen gesichert werden, aber das ist natürlich ein recht mühseliger manueller Prozess.

Erstmal adb, oder?

Aktuell nutze ich der EInfachheit das Backup per adb und werde jetzt bevor ich ein LineageOS Update mache mit TWRP ein vollständiges Backup machen.

Aber wie löst ihr denn das Problem und erstellt robuste Sicherungen eurer Android Geräte? Gibt es da nichts eleganteres?

Author: Matthias

2 thoughts on “Android Smartphones backupen – Nur wie?

  1. Ich erstelle keine System-Backups, da ich dafür nicht wirklich die Notwendigkeit sehe.

    Aber auf meinem Android laufen Nextcloud und DAVx5. Sobald ich im heimischen Netz eingeloggt bin, werden automatisch alle Fotos, Notizen und andere ausgewählte Ordner sowie alle meine Kontakte und Kalendereinträge synchronisiert. Ich muss nicht permanent dran denken Sicherungen zu erstellen und habe eine kontinuierliche Datensicherung.

    Damit fühle ich mich bestens „gebackupt“ und ein Verlust oder Defekt meines Telefons wäre absolut verschmerzbar.

  2. Wenn dein System Root-Zugriff hat, ist m.E. nach Neo Backup (vormals OAndBackup) die umfangreichste Lösung für Apps, App-Daten, WLAN-Zugangspunkte, Bluetooth-Geräte, Kontakte, SMS, Anruflisten und Konten. Als kostenpflichtige Closed-Source-Alternative (dafür mit jahrelanger Erfahrung) sei noch Titanium Backup erwähnt. Das ist die umfangreichste Möglichkeit, innerhalb des Systems (afaik sogar automatisiert) zu sichern, um sich eine Neueinrichtung so einfach wie möglich zu machen.

    Wenn es um eine komplett-Wiederherstellung geht, bleibt letztendlich nur TWRP als Äquivalent zu z.B. einem Clonezilla-Backup auf dem Desktop. Dieses (regelmäßig) zu erstellen ist zwar aufwendig und nervig, versetzt einem das Gerät allerdings im Ernstfall (z.B. Bootloop oder anderweitig defektes Update) innerhalb von einer Viertelstunde wieder in einen arbeitsfähigen Zustand.

    Für o.g. benötigt man allerdings Root (Neo Backup) bzw. einen geunlockten Bootloader (TWRP). Hat man diese Möglichkeiten nicht, wird es (sofern man nicht all seine Daten der Google-Cloud anvertrauen möchte) sehr dünn mit Backup-Lösungen.

    Seedvault klang bei Einführung zwar sehr vielversprechend, sichert aber m.W. nur die Apps, die dies explizit unterstützen, was aktuell noch nicht viele sind.

    Dann bleiben nur noch das ADB-Backup, welches ich noch nicht selbst getestet habe (welches jedoch laut meinen Recherchen auch nur einen sehr geringen Anteil der App-Daten sichert und darüberhinaus offiziell abgekündigt ist, ergo in kommenden Android-Versionen vermutlich zunehmend dysfunktionaler / unbrauchbarer werden wird) und die individuellen Sicherungs- / Exportfunktionen einzelner Apps, um diese bei Neueinrichtung des Systems nicht händisch neu einrichten zu müssen.

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