Xing – ohne Lust und mit Frust

 

Ich gehöre ja zu den Artgenossen, die nicht auf Facebook sind. Meine Ausflüge in Rahmen einiger Projekte zeigten mir, dass FB, Twitter, … eine wahre Seuche sind. Aufgrund der Arbeitssuche muss ich jedoch mit einer anderen solchen Seuche leben: XING

 Dabei handelt es sich um ein Soziales Netzwerk, dass sich an Arbeitssuchende richtet und neue Jobs vermitteln will. Auf einem Profil beschreibt man sich und seine Fähigkeiten und auch Firmen können sich und ihre Stellenangebote auf eigenen Seiten darstellen. Neben einer Suche wird probiert die Beteiligten auch über Gruppen zu Fachthemen zusammenzubringen, … übliches social media eben.

 

Sehr schnell merkt man allerdings auch die Nachteile dieses „alternativen Jobcenters“, denn die Xing AG hat als börsennotiertes Unternehmen natürlich als primäres Ziel Gewinne zu generieren. Wie überall wird dazu auch massiv auf Werbung gesetzt.
  Bildschirmfoto vom 2014-12-17 21:27:23

 

Oder findest du solche Unterbrechungen etwa nervig? 😉
Nunja, eine weitere Masche ist die künstlich eingeschränkte Funktionalität, denn als irgendjemand hat dich besuchtnormaler Nutzer werden einem wesentliche Funktionen vorenthalten. So sieht man nicht den Namen von Besuchern, kann nur sehr beschränkt suchen und nur Premium-Mitglieder können etwa Arbeitsreferenzen in ihr Profil aufgeben. Die fast 10Eur monatlich bieten also Funktionen die rein technisch absolut Standard sind und deren fehlen einem die Nutzung wirklich vergrault. Sorry, aber auf solche Bevormundung und hohen Preise stehe ich nicht, obwohl ich mich durchaus etwa sehr gerne mit kleinen Beiträgen an der Entwicklung des Netzwerkes Diaspora und dem Betrieb des Servers geraspora beteilige. Klaro kosten Betrieb und Weiterentwicklung … aber eine Spende ist eben etwas anderes als das wie Xing hier auftritt…..

 

Aber auch inhaltlich sieht es bei dem Netzwerk dünn aus. Denn in den Gruppen wird extrem crossgepostet und letzten Endes nur noch breitbandig Werbung für Stellen hinterlegt. Ein wirklicher fachlicher Austausch findet dort allerdings nicht statt, sie verkommen damit am ehesten zu „Abzeichen“, ähnlich den Gruppen damals bei StudiVZ („Nudeln machen ist auch kochen“). Dass es deutlich anders geht zeigen neben researchgate insb. auch stackoverflow. die beide Wissensaustausch und Profilbildung als Basis für Jobbörsen nutzen. Auch die eigenen Privaten Nachrichten werden oft von Headhuntern genutzt um kaum abgestimmte Angebote zu schicken, welche bei potentiellen Bewerbern eher Stirnrunzeln hervorrufen. Gerne auch, obwohl man sein Profil expl. als „nicht arbeitssuchend“ kennzeichnet und eigentlich deshalb aus deren Beuteschema fallen sollte. Das führt einem gleich zum nächsten Problem: Offenheit. Natürlich gibt es keine Möglichkeit seine Nachrichten im Bedarfsfall aus dem Portal zu bekommen und auch für Nicht-Mitglieder sind alle Features nicht nutzbar. Leider trifft dass auch auf organisierte Veranstaltungen etc. zu, die von außen damit nicht genutzt werden können.

 

Zu guter Letzt darf man auch das Thema Datenschutz nicht unberücksichtigt lassen. So schreibt Xing zwingend die Nutzung eines Klarnamens vor und löscht auch offensichtliche Organisations-Accounts und Fantasienamen. Gleichzeitig wird man auf dem Portal durch zahlreiche Skripte von Dritten beobachtet:

Was genau mit den damit erfassten Daten passiert weiß man nicht….
Dennoch ist natürlich nicht alles schlecht. Gerade bzl. Datenschutz ist ein Vorteil, dass das deutsche Datenschutz-Gesetz greift und der Anbieter prinzipiell erstmal für Verstöße haften müsste. Auch ist es für mich derzeit die einzige Möglichkeit um neue Leute lokal zu erreichen, denn meine anderen genannten Netzwerke sind i.d.R. überregional / international aufgestellt.

Für mich bleibt es aufgrund der genannten Einschränkungen allerdings vor allem ein besseres Adressbuch. Die soziale Komponente fehlt schlicht.

 

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