Mein Weg ins Bio-Land

Gläser von Bio-Marken auf Herd

„Man müsste mal“, der Gedanke kommt einen doch öfters bei Gesundheit und Ernährung. Hier nun ein paar Eindrücke von jemand der sich aufmachte, um mehr Bio auf seinen Tisch zu packen. Ohne Predigt und mit Augenzwinkern 😉

Viele können wahrscheinlich „bio“ nicht mehr hören und denken panikartig an militante Vegetarier / Veganer, welche sich mit zwei Karotten bekreuzigen. Oder ist es  an dem gesamten Hype nichts dran, denn in jedem Edeka gibt es diese überteuerten Bio-Bananen?
Letzten Endes gibt es ein breites Spektrum, aus dem jeder für sich das aussuchen kann, was er für sein eigenes Wohlbefinden machen möchte. Kurz möchte ich deshalb darstellen, wofür ich mich bisher entschieden habe und welche weiteren Alternativen es gibt.

Woher nur?

Obwohl es ja eigentlich klar sein sollte,  woher man frische und gesunde / rohe Lebensmittel alles beziehen kann, gibt es hier noch mal eine Übersicht:

  • klassische Supermärkte wie Edeka, Sky, CAP-Markt, … (Bio- und Fairtrade-Marken mit versch. Siegeln)
  • Biomärkte (Denns, Alnatura, …) oder kleine Bio- oder Unverpackt-Läden
  • Wochenmärkte (Obst, Gemüse, …) und mobile Stände (Foodtrucks, …)
  • einzelne Bäckereien , Fleischereien, Fischläden, …
  • Kantinen und Mensen
  • Foodcoops – gemeinsam Lebensmittel kaufen
  • Kleingärten und Obst am Straßenrand (z.B. mundraub.org)
  • Kooperative Landwirte in SoLaWis zum Beispiel mit Gemüsekisten

Es gibt also eine ganze Menge, dabei unterscheiden sich die Möglichkeiten je nachdem wie viel Geld oder Zeit man investieren mag. Heist es bei Foodcoops oder Solidarischen Landwirtschaften (Solawis) eben mit anpacken, so hat man bei Bioläden nur den Mehraufwand, dass sich der Einkauf über evtl. noch über weitere Stationen erstreckt. So oder so müsste man also auch vorausschauender planen, denn nicht immer ist alles verfügbar.
Für mich selbst ist der Bio-Supermarkt derzeit das Mittel der Wahl, denn ich muss kaum mehr Zeit investieren und finde dort ein breites Angebot. Das geht durchaus auch über das hinaus, was der normale Aldi / Netto / … so bieten z.B. allerlei Körner und Schrot. Trotzdem wird man hier auch nicht  komisch angeschaut, wenn man mal eine Bratwurst einpackt 😉 Und in einem Rutsch kann man vom Wein bis zum Waschmittel auch alles mitnehmen. Gläser gibt es gegen Pfand zurück. Das Ganze ergänze ich mit einer Biobäckerei und gelegentlichen Besuchen auf dem Wochenmarkt.

Was darfs denn sein?

Mit dem „bio“ ist es ja etwas komplizierter, da jeder da etwas andere Vorstellungen hat. Was ich mir so wünsche lässt sich grob so zusammenfassen:

  • faire Produktionsmethoden und Handelsbedingungen
  • lokal angebaut
  • biologischer Anbau und pestizid-frei
  • ohne Zusatzstoffe (Geschmacksverstärker, Emugaltoren, …)
  • reduzierte / recycelbare Verpackung

Alles zusammen wird man natürlich nicht finden. Aber man hat oft die Wahl, ob man z.B. unverpackt oder mit Plaste kauft. Warum nicht den eigenen Trinkbecher mit zum Bäcker bringen, anstatt perforierte Pappbecher Das liegt dann wieder an einem selbst und natürlich darf man auch mal „sündigen“, weil die Lieblingspizza eben nicht wirklich grün ist, oder weil die Bananen eben nicht mit dem Raps-Öl-Flieger zu einem kommen.
Aus meiner bisherigen Erfahrung führt deshalb schnell eins zum anderen (Fleischlos, dezentralisierte Strukturen, weniger-dafür-aber-was-gutes, …), aber das muss sicherlich jeder für sich selbst rausfinden 🙂

Was kostet´s?

Auch wenn mir die anderen Bezugsmöglichkeiten durchaus sehr zusagen, hält mich mein permanenter Zeitmangel mich davon ab Stunden zum Beispiel in einer Foodcoop oder Solidarischen Landwirtschaft zu investieren. Für Rentner und Studenten mag das hingegen vielleicht attraktiver sein, auch weil man dort einiges sparen kann.

Über den Daumen ist mein Wocheneinkauf ca. 30% teurer geworden. Hier mal eine kleine Gegenüberstellung:

Denns € Edeka (querbeet) € Aldi (querbeet) €
Milch 1 1 0,7
Schokolade 2,2 1,5
Joghurt 500g 2,3 1,8 0,45
Magarine 2,5 1,8 0,7
Müsli 250g 4 3,5 2

Der Vergleich hinkt natürlich, da er Preise konventioneller Artikel mit dem von Bioprodukten vergleicht. Beim weiteren Angebot merkt man, das insbesondere Wurstwaren nicht so billig wie beim Discounter ist.

Gleichzeitig schaue ich aber auch nach Sonderangeboten, von daher ist das für mich ok. Und als Student kann man am Donnerstag 10% Rabatt einheimsen. Wenn man aber gezielt für eine große Masse an Leuten kochen will, kann es natürlich nochmals teurer werden, da dann eben genau die passenden Zutaten gekauft werden müssen.

Nur Essen?

Neben Lebensmitteln konsumieren wir alle ja eine breite Masse an Produkten. Für einiges gibt es natürlich auch „gute“ Alternativen im Sinne von nachhaltig. Damit wird sicherlich nicht die Revolution losbrechen, aber immerhin kann man ja frei wählen, wem man sein Geld gibt:

  • Kleidung z.B. Grundstoff oder Manomama (siehe auch mein post)
  • Kosmetik und Haushaltsmittel z.B. bei dm (der übrigens mit Alnatura verbandelt ist)
  • Elektronik z.B. das Fairphone oder refurbished Gebrauchtware
  • Dienste wie Ökostrom, Banking (siehe mein GLS post), …

Mehr kann man aber auch über fairmondo.de oder finden. Und natürlich gibt es ja auch ebay Kleinanzeigen für Gebrauchtwaren um die Ecke.

Kurzum?

Jeder kann sich aussuchen wie viel er für Nachhaltigkeit tun möchte. Das kann einfach sein, in dem man beim Supermarkt seines Vertrauens auf die „richtigen“ Labels achtet. Oder man probiert sich weitestgehend selbst zu versorgen und prüft dabei auch die gesamte Lieferkette. Für beides gibt es passende Apps, welche einem helfen dabei die Orientierung nicht komplett zu verlieren.

An meiner Lösung stört mich, dass natürlich die Konzentration des Einzelhandels eben auch Teil des Problems ist. Das Ganze gipfelt sicherlich im Einstieg von Amazon in den Lebensmittelhandel. Dabei ist das nach Hause liefern zu 100 Leuten natürlich alles andere als ökologisch und hat in meinen Augen auch nichts mehr mit freier Auswahl zu tun. Schon Toni Mahoni singt ja nicht ohne Grund: Kauft nicht bei den Ketten. Support-your-local-dealer und lokal hergestellte Produkte mit geringem Anfahrtsweg zu kaufen, ist also wahrscheinlich auch ein guter erster Schritt. Das meiste ist wirklich einfach zu bewerkstelligen und lohnenswert, um im kleinen Rahmen mit seinem Geldbeutel abzustimmen. Vielleicht also mal in deiner Gegend schauen, was es so an Möglichkeiten gibt

 

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